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Erdbebengerechte Neubauten in der Schweiz

Wichtige Begriffe und Parameter der SIA-Baunormen
Die standortgemässe Erdbebengefährdung und die Bedeutung des Bauwerks sind durch drei wichtige Parameter der Norm SIA 261 [2] bestimmt.
Erdbebenzone: Region, für welche ein einheitliches Gefährdungsniveau angenommen wird. Der relative Einfluss auf die normgemässen Erdbebeneinwirkungen variiert von 1,0 (Zone 1) bis 2,7 (Zone 3b).
Baugrundklasse: Klassierung des lokalen Baugrunds in eine von 6 definierten Klassen A bis F mit entsprechendem Verstärkungspotenzial der Erdbebeneinwirkungen. Der relative Einfluss auf die normgemässen Erdbebeneinwirkungen variiert von 1,0 bis 2,7.
Bauwerksklasse (BWK): Klassierung des Bauwerks in eine von 3 definierten Bauwerksklassen, je nach Bedeutung und Schadenspotenzial. Der relative Einfluss auf die normgemässen Erdbebeneinwirkungen variiert von 1,0 (BWK I) bis 1,4 (BWK III).

BWK I

  • Gewöhnliche Gebäude

BWK II

  • Grosse Menschenansammlungen
  • Besonders wertvolle Güter und Einrichtungen
  • Bedeutende Infrastrukturfunktion
  • Beschränkte Gefährdung der Umwelt

BWK III

  • Lebenswichtige Infrastrukturfunktion
  • Erhebliche Gefährdung der Umwelt
Erdbebenzonenkarte nach SIA 261 [2].

Erdbebenzonenkarte nach SIA 261 [2].

Erdbebengerechte Neubauten, kurz zusammengefasst
Entwurf, Berechnung, Bemessung, konstruktive Gestaltung und korrekte Ausführung entscheiden über die Erdbebensicherheit und die Schadenanfälligkeit.
Ein erdbebengerechtes Bauwerk besitzt ein robustes Tragwerk für die Abtragung der horizontalen Erdbebeneinwirkungen. Dabei müssen die Aussteifungsbauteile (z. B. Wände oder Fachwerke) kontinuierlich über die Höhe des Gebäudes bis auf das Fundationsniveau durchlaufen und möglichst symmetrisch angeordnet sein [4]. Die Aussteifungsbauteile müssen mit den Decken kraftschlüssig verbunden sein. Auch sekundäre Bauteile (Fassaden, Zwischenwände, abgehängte Decken, Installationen, Einrichtungen usw.) sowie eventuell Schränke o. Ä. sind erdbebengerecht zu befestigen. Dies ist im Allgemeinen einfach und kostengünstig realisierbar.

Konzeptioneller Entwurf des Tragwerks

Links: Idealisierter, guter konzeptioneller Entwurf des Tragwerks. Rechts: Gefährliches «Soft-storey» mit einem Unterbruch der Aussteifungsbauteile (Stahlbetonwände) im Erdgeschoss.

Die Planzung und die Realisierung der notwendigen baulichen Massnahmen erfordern vom Gesamtleiter eine gute Koordination zwischen allen am Bau beteiligten Fachplanern (Bauingenieur, Fassadeningenieur, Lüftungsingenieur usw.). Im Rahmen der Koordination ist auch sicherzustellen, dass Aussteifungsbauteile durch Aussparungen für Installtionen nicht unzulässig geschwächt werden.

Diese Kurzinformation richtet sich vor allem an Gebäudeeigentümerinnen- und - eigentümer bzw. Auftraggebende eines Bauvorhabens sowie an Architektinnen und Architekten.

 

 

Stiftung Baudynamik,
Schweizerische Eidgenossenschaft,
Bundesamt für Umwelt BAFU
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